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Workshop "Japanische Schriftkunst im Dojo" (28.03.2010) - Zurück

(Bericht geschrieben von Marco Genteki Röss)

Workshop im Gentekis Dojo Kaikatsuan

Anstatt im Karate Budokan Thun, konnte diesmal der Workshop in der besonderen Atmosphäre von Gentekis Dojo Kaikatsuan in Bern durchgeführt werden.

Die Teilnehmer konnten in die für sie neue Welt der chinesischen Schrift eintauchen und z.B. über die Vielfalt der Schriftstile staunen.

Ein Schwerpunkt lag auf dem Thema "Dojo-Namen", über Sinn und Unsinn verschiedener Namensgebungen in Europa und der Vergleich zur Tradition in Japan. Ein zweites Thema befasste sich mit der Gestaltung eines Karate-Dojos auch im architektonischen Sinn. Unter anderem kam die Frage auf, ob man an der Hauptwand (Shomen) einen Shinto-Schrein aufbauen darf, obwohl hier niemand shintoistischen Glaubens ist. Oder ob eine Torii-Imitation (Torii = Eingangstor in einen heiligen Shinto-Bezirk)an der Wand Sinn macht obwohl man nicht hindurchgehen kann und im Dojo auch keine shintoistischen Gottheiten verehrt werden.

In der Diskussion wurde klar, dass aus Respekt, religiöse Symbole nicht als sinnentleerte Dekoration benutzt werden sollten. Die japanische Architektur hat ja genügend zu bieten, um auch in Europa ein Dojo ohne Disneyland-Geschmack bauen zu können. Dazu bietet sich zum Beispiel die Bildnische Tokonoma an, die keinen religiösen Hintergrund hat und sich bestens eignet um ein japanisches Schriftkunstwerk auszustellen, vor dem man als Zentrum des Respekts natürlich auch Rei machen kann.

Auf diese Weise wurde im Workshop an ganz konkreten Beispielen gezeigt, wie sich ein Dojo den Verhältnissen anpassen kann und trotzdem authentisch bleibt. Nach vielen Informationen und angeregter Diskussion waren die Workshop-Teilnehmer einhelliger Meinung, dass sie nun dem Begriff "Dojo" auf eine andere Art viel näher kommen konnten als bisher. Schade für alle, die nicht dabei waren.

[ Der Bericht kann hier als PDF-Datei heruntergeladen werden ]

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