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JSKA WM 2008 in Manchester - 23.08 bis 24.08.2008 - Zurück

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(Bericht geschrieben von Marcel Suri)

Vom 23. August 2008 bis 24. August 2008 fand in Manchester, England die 4. JSKA Karate-Weltmeisterschaft im Velodrome statt. Es nahmen 750 Karatekas von 37 Nationen teil. Die Schweiz konnte viele Erfolge feiern:

Melinda MichelKumite Einzeln1. Platz
Carol Hausamann, Livia Bacher, Michèle BurgerTeam Kata1. Platz
Oliver Burkhalter, Pascal Neuhaus, Marc GassmannTeam Kumite1. Platz
Sensei Hans MüllerKata Einzeln2. Platz
Melinda MichelKata Einzeln2. Platz
Michèle Burger, Jasmin Häni, Sarah SierraTeam Kumite2. Platz
Martin Schenk, Pablo Sierra, Julian HollingerTeam Kumite2. Platz
Oliver Burkhalter, Pascal Neuhaus, Martin SchenkTeam Kata2. Platz
Vinay Zala, Melinda Michel, Noël GastTeam Kata3. Platz
Jasmin Häni, Sarah Sierra, Lea ErhardtTeam Kata3. Platz
Carol Hausamann, Livia Bacher, Lea ErhardtTeam Kumite3. Platz

Bereits am Donnerstagmittag starteten die wir unsere Reise von Thun nach Manchester. Mit dem Zug fuhren wir nach Genf. Für das Check-In am Easy-Jet Schalter hatten Vinay und Noël über 30 Flugtickets mit Gepäckstück beim Automaten gedruckt. Nachdem jeder sein Ticket erhalten hat, musste am Check-In Schalter das Gepäck aufgegeben werden. Um 16:00 trafen wir uns beim Gate und konnten pünktlich um 16:30 on board gehen. Nach einem knapp 2 stündigen, angenehmen Flug nach Liverpool durften wir mit einem reservierten Car nach Manchester fahren. Die Fahrt dauerte ca. 1.5 Stunden. Um ca. 19:30 kamen wir beim Hotel Diamond Lodge in Manchester an. Michèle war bereits vorher dort, um das Check-In vorzubereiten. Alle warteten draussen bis die Formulare vorbereitet waren. Wir stellten fest, dass in England uns alles komplizierter erscheint und dadurch auch länger geht. Nach dem Zimmerbezug haben wir in der Brasserie des Hotels unser erstes „englisches“ Nachtessen eingenommen. Zum ersten Mal stellten wir fest, dass hier in England alles ein bisschen anders ist als bei uns. Das Essen und Trinken musste separat bestellt und bezahlt werden. Zusätzlich hatte es viele Gäste, so dass wir sehr lange auf das Trinken warten mussten. Viele haben ein erstes englisches Bier genossen.

Schon bald konnten wir feststellen, dass auch die Arbeitsweise nicht unserer gewohnten Kultur entsprach. Der Steward liess eine Mineralflasche fallen. Anstatt zu reinigen wurden sofort gelbe Warntafeln „Caution wet, Cleaning in progress“ aufgestellt. Die Reinigung erlebten wir nicht mehr in unserer Anwesenheit. Wir amüsierten uns den ganzen Abend über die englischen Gepflogenheiten. Nach einem letzten Drink waren alle, gezeichnet von der Reise, relativ früh schlafen gegangen.

Am Freitagmorgen ging es um 08:30 mit dem öffentlichen Bus zum Velodrome. Die fahrt dauerte etwa 20 Min. Dort ging es vor allem um die letzten Vorbereitungen für das Turnier. Die Teilnehmer hatten den ganzen Tag Zeit um sich zu registrieren. Am Morgen von 10:30 bis 12:00 war ein offenes Training im Velodrome mit Abe Shihan und Nagaki Sensei.

Nach einem schnellen Aufwärmen mit Taghava Sensei unterrichtete uns Abe Shihan und Nagaki Sensei Grundschule. Es wurden die verschiedenen Stellungen und Schläge trainiert. Dabei ging es vor allem um die Fusstechniken, deren Geschwindigkeit und Timing mit Drehungen. Nach einer ausführlichen Grundschule mit den wichtigsten Korrekturen und Erklärungen wurden die Heian Katas geübt. Dabei machte er auf Details, vor allem betreffend Schwerpunkt bei den Stellungen (Kokutsu-dachi, Zenkutsu-dachi) und auf die Höhe der Schläge (Chodan, Chudan) aufmerksam. Danach führte uns Nagaki Sensei unter der Leitung von Shihan Abe höhere Katas vor und Shihan Abe machte auf einige Details aufmerksam. Für das Kumite erklärte uns Shihan Abe anhand von Demonstrationen mit Nagaki Sensei die Wichtigkeit von Timing und Distanz. Für die meisten etwas ungewohnt war, dass die ganze Zeit ein Hubstapler Tatamiplatten auf Paletten bereitstellte. Sämtliche Vorbereitungen liefen in letzter Minute mit sehr wenig Personal.

Am Nachmittag waren noch höhere Danprüfungen und der Schiedsrichter Vorbereitungskurs. Nach dem Training gingen einige ins Hotel zurück, um danach in die City zu gehen. Nach und nach trafen wir uns in der Einkaufsstrasse von Manchester. Natürlich ohne Schiedsrichter, da diese bis um 19:30 Kurs hatten. Nach einigen Einkäufen gingen die meisten italienisch Essen. Der Platz war knapp, da wir unterdessen wieder gegen 25 Personen zusammen waren. Die Schiedsrichter gingen nach ihrem Kurs individuell essen.

Am Samstag war für 09:00 die Eröffnungszeremonie angesagt. Also mussten wir um 07:45 das Hotel verlassen um mit dem Bus zum Velodrome. Die Begleitung verliess das Hotel etwas später. Um 09:00 standen alle Karatekas vor dem Eingang des Velodromes. Zum guten Glück regnete es für einmal nicht, so dass alle trocken blieben. Kurz nach 10:30 Uhr lief die erste Nation in die Halle ein. Nachdem die letzte Nation in die Halle eingelaufen war, wurde gegrüsst und die Eröffnungsansprache von Sensei George Carruthers folgte mit abschliessenden Dankensworten von Shihan Abe Keigo. Anschliessend wurden die Diplome für die Shihankai (Senseis Nagaki Mitsuru, Dieter Flindt Vilaça Pinto, Charles Gidley, George Carruthers, Jan Knobel, Khosro Taghava, Naito Takashi, Hans Müller, Soon Pretorius, Alexander Drannik) und für die bestandenen Danprüfungen verteilt. Die Eröffnungszeremonie dauerte etwas über 1 Stunde. Nachdem die Eröffnungszeremonie abgeschlossen war nahmen die Schiedsrichter ihre Plätze ein. Um ca. 11:30 wurde auf dem ersten Tatami mit Teamkata gestartet. Es standen 8 Tatamis zur Verfügung. Am Nachmittag waren die Einzelwettkämpfe in Kata. Es gab keine offizielle Mittagspause, so dass jedes Schiedsrichterteam individuell pro Tatami Mittagessen ging. Um ca. 16:00 wurde der erste erfolgreiche Tag beendet und alle hatten genügend Zeit für ein Apero. Später gingen wir individuell Nachtessen. Die einen gingen in die City mexikanisch Essen, andere Indisch in der Nähe des Hotels oder gingen nochmals in die Brasserie im Hotel. Die Auswahl von verschiedenen Spezialitäten-Restaurants ist in Manchester gross. Nachdem Essen trafen sich noch einige an der Hotelbar.

Am Sonntag begann das Turnier erst um 10:00. Das hiess eine Stunden länger schlafen als am Samstag. Es wurde mit Team Kumite gestartet, danach wurden die Einzel-Kumites vorgeführt. Die Kämpfe wurde ohne grosse Mittagspause bis spät in den Abend durchgeführt. Die Wartezeit für einige Karatekas war sehr lange. Ab ca 17:30 wurden die ersten Tatamis abgeräumt. Die Finale liefen bis ca. 21:00 Uhr. Die Ehrung der Sieger wurde fortlaufend durchgeführt. Für das individuelle Fotoshooting wurde ein Potest bereitgestellt. So hatte jedes Land noch die Möglichkeit von ihren erfolgreichen Teams ein paar Bilder zu schiessen. Auch wir Schweizer nutzten diese Gelegenheit. Danach ging es zur grossen Party im Manchester City Football Stadion. Ein paar konnten mit Dushyant Zala fahren, die meisten liefen ca. 15 Minuten zu Fuss. In der VIP-Launch des Stadion war ein Buffet bereit. Da wir erst ca. um 22:00 eintrafen war die Auswahl am Buffet nicht mehr sehr gross. Gekocht war nach typisch englischem Geschmack. Das Trinken konnte an der Bar gegen Bezahlung individuell b werden. Um 11:30 schloss die Bar und wir versuchten zum Hotel zurück zu gelangen. Leider fuhr kein öffentlicher Bus mehr. Wir organisierten ein Minivan-Taxi. Einige nahmen zu viert ein Taxi, um möglichst schnell beim Hotel zu sein, denn dort kann an der Bar bis um 12:30 bestellt werden. Wir bestellten verschiedene Getränke auf Vorrat, so dass wir länger feiern konnten. Endlich kamen die Schweizer in Partystimmung, dabei waren auch 2 Südafrikaner. Später kamen noch Shihan Abe und Sensei Nagaki an unseren Tisch um mitzufeiern. Es wurde gesungen und gelacht. Etwas nach 02:00 hat uns der Bar Keeper klar gemacht die Party zu beenden, denn der Raum müsse für das Morgenessen vorbereitet werden.

Am Montagmorgen gab es verschiedene Gesichter. Den einen war der letzte Abend in das Gesicht geschrieben, andere brauchten vermutlich ein bisschen länger für die Morgentoilette. Bis 10:00 war das Morgenbuffet geöffnet. Um 11:30 kam der Car um uns zum Flughafen in Liverpool zu fahren. Um ca. 13:30 machten wir das Check-In um nachher zum Gate zu gehen. Boarding war um 14:30 vorgesehen. Als wir vor dem vorgesehenen Gate standen, hiess es plötzlich wir müssten dieses wechseln. Also gingen wir einen kleinen Fussmarsch durch enge Gänge zum neuen Gate. Nach einigem Warten hiess es plötzlich, dass der Flug ca. 1 Stunde Verspätung hatte. Also mussten alle wieder durch den engen Gang in die Abflughalle zurück. Nach einer weiteren Halben Stunde wurde mitgeteilt, dass der Flug um 17:30 startet. Einige schliefen, andere Lernten oder benutzten mit dem letzten Münz die Massagestühle. Auch die Bars und Kaffees wurden rege benutzt. Easy-Jet verteilte Gutscheine à £3.-- die in den Duty-Free Shops eingelöst werden konnten. Nach einer weiteren Verschiebung des Fluges auf 19:15 stieg die Nervosität, da der Transport von Genf nach Thun gefährdet war. Es wurde abgeklärt, wann der letzte Zug fährt. Der letzte Zug nach Bern fährt um 22:47. Also organisierte Hans bereits von Liverpool aus den Transport von Bern nach Thun. In Genf kamen wir um 22:15 an. Um diese Zeit gibt es nicht mehr allzu viele Leute, so dass die Abfertigung am Zoll zügig lief. Nervös gingen wir zur Gepäckausgabe und wartet auf das Gepäck. Unterdessen war es 22:35. Das erste Gepäck kam und alle die ihr Gepäck hatten marschierten sofort zum Bahnhof. Hans stand bereits bereit um auf das richtige Geleise einzuweisen. Unterdessen war es 22:43. In den paar Minuten bis zur vorgesehenen Abfahrt haben wir organisiert, dass der Zug 5 Minuten länger wartet, also um 22:52 abfahrt. Einige mussten länger auf das Gepäck warten. Genau um 22:52 kamen die letzten Karatekas von der Gepäckausgabe. Alle erwischten den letzten Zug nach Bern. Im Zug war es relativ ruhig, da einige Müde vom langen Tag waren. In Fribourg hiess es dann, alle aussteigen, weil die Strecke Richtung Bern unterbrochen sei. Der Transport wurde durch Busse bis Bern sichergestellt. Um ca. 02:00 kamen die Teilnehmer der 4. JSKA Weltmeisterschaft in Thun an.

Alles in allem erlebten wir eine würdige JSKA WM und freuen uns auf Portugal 2010.

Oss!

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